Beatrix Rother-Schwerdtfeger, Fischender Bär

 

"If the doors of perception were cleansed, every thing would appear to man as it is, infinite."

 

William Blake, 1757-1827

 

 

Eine Übersetzung davon wäre: "Wenn die Pforten der Wahrnehmung geöffnet würden, würde alles dem Menschen erscheinen wie es ist: grenzenlos und unbeschränkt."

 

Eine "Pforte der Erkenntnis " sind die eigenen Augen, die tiefer sehen lernen , wenn man sich auf Kunst und kreatives Schaffen einlässt. Die alltäglichen Dinge um uns herum gewinnen Tiefe und Intensität.

Eine rauhe körnige Betonmauer am Strassenrand in deren Mitte die flache Rundung einer Glaslampe eingelassen wurde, wird als Schönheit wahrgenommen durch die Kontrast der rauhen und glatten Materialien, die runde Fläche aus Glas wird zum Mandala ....

Früh morgens mit dem Hund im  schönen österreichischen Wald: die Frühlingssonne leuchtet durch das hellgrüne junge Buchenlaub auf Grasbüschel, die funkeln vor frischem Tau- nach dem Sterben im Winter wachen die Lebenskräfte in aller Macht und Schönheit wieder auf.

Für einen Moment ist das ewige Hamsterrad des Alltags durchbrochen und man ist auf einer tieferen Ebene der Wahrnehmung, vielleicht- hoffentlich- erlebt man einen Moment innerer Freiheit.

Diese Momente zu manifestieren, könnte das Kunst sein?

 

Die andere Seite des künstlerischen Tuns ist Handwerk, das gelernt werden kann, für das natürlich manche Menschen von Natur aus mehr Talent als andere mitbekommen haben. Aber wie beim Erlernen eines Instruments ist ganz vieles vom häufigen Üben abhängig. Man kann sich die Zeit und den Raum im Leben dafür einräumen, wenn man will.

Natürlich sagt der praktische Verstand immer, laut Ergebnissen der Hirnforschung vertreten in der dominanten analytischen linken Hirnhälfte, dass keine Zeit da ist und man sich doch mit vernünftiger produktiver Arbeit beschäftigen solle.

Was geschieht in einem Leben in dem die rechte Hirnhälfte, die für Wahrnehmung, Kreativität und Intuition zuständig ist, zum Zuge kommt?